Manager Magazin: Agilität Top Trend für IT bis 2010!
In einem zum Jahresbeginn im Manager-Magazin erschienen Artikel prognostiziert Andrea König den Idealen IT-Mitarbeiter 2010. Fazit: Generalisten und agile Prozesse werden mehr denn je gefragt, auch im IT-Management. Das sehe ich, in weiten Bereichen, ganz genau so.
Als ich vor vier Jahren begonnen habe, neben IT-Management praktische Erfahrung in der Business Analyse zu sammeln, wurde ich wegen des augenscheinlichen “Profilbruchs” belächelt. Ja, sogar Warnungen hat man mir ausgesprochen. Jetzt muss ich in einem einschlägigen Branchen-Blatt nachlesen: Heute werden anscheinend genau diese Profile immer mehr gefragt. Menschen, die mit beiden Welten, der Technik sowie der Betriebswirtschaft, reden können.
Zu diesem “reden können” gehört außerdem eine Schlüsselzutat: Man muss von beiden Welten ernst genommen werden. Dafür ist es notwendig, dass Einblick und Verständnis in beiden Fachgebieten belastbare Tiefe aufweisen. Das funktioniert jedoch nur, wenn man in beiden Bereichen auch praktische Erfahrung gesammelt hat. Die gehört zum ernst nehmen eben dazu. Ansonsten ist es schwierig, über den Status des unerfahrenen Absolventen hinaus wahrgenommen zu werden.
Da beide auf völlig unterschiedlichen Kenntnissen und Soft-Skills basieren sowie auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen Kommunizieren, wird die Rolle des Mittlers zu einer echten Herausforderung. Auf beiden Seiten. Man stelle sich zur Übung kurz einen in der Kunst des Smalltalk gewieften, charmanten Rechenzentrums-Techniker vor, der kaum eine Chance zum plaudern auslässt und immer eine passende, besänftigende Formulierung findet, oder auch einen Marketer, der im Verkaufsgespräch mit dem Kunden lieber per IRC Botschaften austauscht und weit öfter Blickkontakt mit seinem Laptop als mit seinem Gegenüber hält.
Der Schritt zum Studienfach Wirtschaftsinformatik war bereits ein sehr früher und guter Anfang, obgleich die Verknüpfung der beiden Fachgebiete, wie die aktuellen Rufe nach gerade diesem Profil belegen, zu oft auf der Strecke blieb. Allerdings suchte man in den Betrieben selbst in den vergangenen Jahren verzweifelt nach Stellen, die ausreichend Gelegenheit boten, beide gefragten Felder gleichzeitig zu vertiefen. Zu laut waren die Rufe nach Fach-Spezialisten auf jedem der beiden Gebiete. Meine Umfragen unter meinen Wirtschaftsinformatik-Studenten zeigten Jahr für Jahr ein ähnliches Bild: ca. die Hälfte wollte nach Abschluss des Studiums in der Entwicklung arbeiten, die andere mehr in den betriebswirtschaftlichen bzw. controllingnahen Funktionen.
Ganz besonders wichtig wird laut König der Ruf nach sozialer Kompetenz und Agilität: Eben ein Umfeld, in dem die Zusammenarbeit so flexibel und individuell förderlich gestaltet werden kann, so dass der Einzelne und damit das Gesamtunternehmen mit dem wachsenden Druck der Märkte auch Schritt hält. Der Erfolg steht und fällt mit dem Grad der Orientierung, der dabei erreicht wird.
Ich habe aliando vor anderthalb Jahren genau diesem Thema gewidmet. Möchte man diese Schnittstellenfunktion in besagtem Marktdruck erfolgreich umsetzen, so braucht man zur Orientierung eine Methode.
Ich arbeite aktuell an einem Buch zu genau diesem Thema, Agilität im IT-Management, in dem ich meine Erfahrungen aus meinen 6-jährigen Tätigkeit als IT Direktorin bei WEB.DE sowie danach folgenden 3 Jahren als Principal Business Analyst im Hinblick auf Agilität und Marktnähe aufarbeiten und in einer Methode für alle zugänglich zusammenfasse. Innovative Portale im hart umkämpften Internet-Telekommunikationsmarkt erfolgreich zu betreiben benötigte gerade ein erfolgreiches Bewältigen genau dieser fachübergreifenden Grätsche.
Meine enge Zusammenarbeit mit Scrum-Trainern in den vergangenen beiden Jahren, seit ich als selbständige IT-Management-Beraterin dieses Schnittstellenthema aktiv treibe, verspricht darüber hinaus einige spannende Einblicke und transferierbares Wissen aus dem Feld der agilen Softwareentwicklung.
Ich möchte einige Probekapitel demnächst hier in einem Blog vorstellen.


